Qualitätssicherung in der Prozesskette

Was hat Qualitätssicherung mit Technischer Dokumentation zu tun? Nun, mehr als man auf den ersten Blick vermutet. Die meisten Entwickler und Entwicklungsteams sind ambitioniert und eifrig damit beschäftigt, "ihr" Produkt zu entwickeln. Häufig behindern jedoch Abteilungsdenken, Korpsgeist und gruppendynamische Effekte diesen positiven Ansatz. Ich habe Fälle erlebt, bei denen Entwickler der jeweiligen Produkt-Zielgruppe Unvermögen im Umgang mit dem Produkt unterstellt haben und vom Technischen Redakteur gefordert wurde, offensichtliche Konstruktionsdefizite dokumentarisch auszubügeln. Der Technische Redakteur wurde "selbstverständlich" erst zum Abschluss der Entwicklungsphase mit ins Boot genommen. Grund dafür war, dass der Stellenwert der Technischen Dokumentation und des Technischen Redakteurs innerhalb des Unternehmens gering und nachrangig waren.

 

Die externe Technische Dokumentation, also Montage-, Betriebs- und Wartungsanleitungen, sind Bestandteil des Produkts und reflektiert -wenn sie gut gemacht ist- dessen konstruktive Qualität und Benutzerfreundlichkeit.

Die Basis für annähernd "rechtssichere" Technische Dokumentation ist die Risikobeurteilung des Produkts, seine inhärent sichere Konstruktion, technisch ergänzende Schutzmaßnahmen und die Benutzerinformation mit dem Hinweis auf Restrisiken (siehe auch EN ISO 12100). Leider spiegeln sich auch sperrige, umständliche Bedienkonzepte in Technischer Dokumentation wider. Nach unserer Erfahrung liegt dies daran, das manche Entwickler und Konstrukteure sich als Zielgruppe für das Produkt betrachten und nicht den Benutzer, der das Produkt kauft und gebrauchen möchte. Zwischen der Sicht durch die "Entwickler-Brille" und der Sicht durch die "Marketing-Brille" muss es also noch eine weitere Instanz geben, die auf die Einhaltung bestimmter Regeln aufmerksam macht und Anregungen einbringt. Qualitätssicherung beginnt deshalb auch dort, wo ein gut ausgebildeter, kompetenter Technischer Redakteur in ein Entwicklungsprojekt von Anbeginn eingebunden wird. Er sollte das Recht bekommen Fragen zu stellen und Anregungen einzubringen, auch wenn dies von der Entwicklungsabteilung als lästig und störend empfunden wird. Falsche Eitelkeit und Überheblichkeit sind die größten Erfolgskiller eines Projekts. Qualitätssicherung ist eine Managementaufgabe. Wir sind sicher, der Gedanke an eine kleine Veränderung lohnt, wenn Sie feststellen, dass in der Prozesskette und bei der Erstellung Technischer Dokumentation etwas "nicht so ganz gerade läuft".

 

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